Am 8. Oktober 2026 wird in der NRW-Landesvertretung in Berlin der erste Länderbericht zu Steuervergünstigungen in Deutschland von Christian von Haldenwang (IDOS) und Michael Thöne (FiFo Köln) vorgestellt. Es sprechen Marcus Optendrenk, Minister der Finanzen von Nordrhein-Westfalen, Michael Schrodi, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Monika Wünnemann, Co-Bereichsleiterin Recht und Steuern des BDI, sowie Katharina Beck, Sprecherin für Finanzpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Auf dem Podium sind zudem der Bundesrechnungshof und die OECD vertreten. Hier geht es zum Programm und zur Anmeldung. Die Studie erscheint am Tag der Veranstaltung online in englischer und deutscher Sprache. 

Am 30.09.2026 präsentieren die Finanzbehörde Hamburg, das KDZ Wien und das FiFo Köln, beim Deutschen Städtetag in Berlin die Ergebnisse des EU-Projekts „Sustainable Local Public Finance“ (SLPF) zur Verankerung von UN-Nachhaltigkeitszielen in der kommunalen Haushaltssteuerung. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen der Freien und Hansestadt Hamburg. FiFo-Forscher Tom McKenzie stellt den Status quo, die Analyse sowie den SLPF-Aktionsplan vor. Thomas Prorok (KDZ Wien) präsentiert übergreifende Leitlinien und Josep Medrano gibt Einblicke in die Praxis in Barcelona. Die Veranstaltung richtet sich an kommunale Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Finanzen, strategische Steuerung und Nachhaltigkeit.

Eine neue FiFo-Kurzstudie im Auftrag des Umweltbundesamtes berechnet auf Grundlage verbesserter Datensätze die Steuervorteile für Dienstwagennutzende durch die sogenannte 1-Prozent-Regel. Für 2024 gehen mit der Pauschalierungsregel steuerliche Mindereinnahmen von 4,2 Milliarden Euro einher, sowie circa 1,68 Millionen Tonnen CO₂ Mehremissionen. Die Studie leistet einen methodischen Fortschritt, indem sie erstmals die Wirkungen der Fahrzeugbereitstellung und der Nutzung getrennt betrachtet. Steuerpolitisch wird der Schritt zur 1,7-Prozent-Regel empfohlen. 

Green Budgeting – die Ausrichtung der Haushaltspolitik an Klima- und Umweltzielen – rückt auf EU-, nationaler und subnationaler Ebene zunehmend in den Fokus, wobei die Umsetzung vor allem praktische Herausforderungen mit sich bringt. Als Fachexperte hat das FiFo-Köln die Entwicklung einer praxisorientierten Methodik zur Kennzeichnung („Tagging“) grüner Haushaltsausgaben für das Bundesland Baden-Württemberg begleitet*. Das Policy Brief „Green budget tagging in practice“ erläutert den in Baden-Württemberg gewählten Ansatz sowie vergleichbare Verfahren in zwei weiteren europäischen Verwaltungen: der italienischen Region Lombardei und Griechenland. Die Kernbotschaft ist eindeutig: Das „Green Budget Tagging“ ist keine einmalige technische Maßnahme, sondern ein Reformprozess, der sich über mehrere Haushaltszyklen erstreckt.
*Project funded by the European Union via the Technical Support Instrument and implemented by Expertise France in cooperation with the European Commission.

Der drohende Kollaps der kommunalen Haushalte stammt von der Ausgabenseite, vor allem von den schnell wachsenden Leistungspflichten in der Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe und der Hilfen zur Pflege. Nach dem Prinzip der Veranlassungskonnexität – „Wer bestellt, bezahlt“ – wird häufig eine bessere Bundesfinanzierung dieser zentralstaatlich determinierten kommunalen Leistungen gefordert. Im neuen FiFo-Diskussionsbeitrag prüft Michael Thöne die Lösungen nach Veranlassungskonnexität und nach Ausführungskonnexität. Da beide keine ursachengerechte Lösung versprechen, empfiehlt er, die vollständige Zentralisierung dieser Leistungen ins Auge zu fassen. Die Verlagerung auch der Ausführungsverantwortung nach oben wäre in der Praxis deutlich weniger aufwendig, als es auf den ersten Blick scheint.