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Nachhaltige Regionalentwicklung in NRW: Herleitung eines Indikatorensystems und institutionelle Umsetzungsmechanismen

Teilprojekt C 5 des Sonderforschungsbereichs 419 an der Universität zu Köln:

"Umweltprobleme eines industriellen Ballungsraumes; Naturwissenschaftliche Lösungsstrategien und sozio-ökonomische Implikationen"

 

Gegenstand des Forschungsvorhabens ist die Frage, wie das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung für industrielle Ballungsräume am Beispiel Nordrhein-Westfalens operationalisiert und umgesetzt werden kann. Nachhaltigkeit ist in den letzten Jahren zu einem zentralen Schlagwort der Umweltpolitik, zunehmend aber auch der Wirtschafts- und anderer Teilpolitiken geworden. Die Anwendung auf die Umwelt- und Wirtschaftspolitik einzelner Regionen ist jedoch noch weitgehend offen: Weder die für jeweils unterschiedliche räumliche Strukturen zugrundezulegenden Ziele und Indikatoren noch die spezifisch geeigneten institutionellen Arrangements zur Steuerung der Regionalentwicklung in Richtung dieser Ziele können bislang auf einer wissenschaftlich fundierten Grundlage bestimmt werden. Das vorliegende Teilprojekt C5 soll wirtschaftsgeographische und umweltökonomische Ansätze für die Konzipierung eines regionalen Umweltmanagements nutzbar machen.

 

Im wirtschaftsgeographischen Teil (Prof. Dr. Sternberg) steht die Entwicklung von Indikatoren für eine nachhaltige Regionalentwicklung im Mittelpunkt. Bislang ist es nicht gelungen, regionale Nachhaltigkeitsniveaus im umfassenden Sinne mittels operationalisierbarer und quantifizierbarer Indikatoren am Beispielkonkreter Regionen zu quantifizieren. Nordrhein-Westfalen ist als Fallstudie besonders prädestiniert, da hier die drei wesentlichen Nachhaltigkeitsdimensionen (ökonomie, ökologie und Soziales) exemplarisch analysierbar sind. Das Indikatorensystem soll aus den Teilregionen Nordrhein-Westfalens heraus entstehen und auf diese angewandt werden, um auch inhaltlich-konzeptionelle Verbindungen zu den anderen Teilprojekten herzustellen. Für diese Indikatoren werden quantitative und qualitative Daten erhoben sowie der politisch kontrovers diskutierte Zusammenhang zwischen dem Niveau der Nachhaltigkeit und der Regionalentwicklung im ökonomischen Sinne überprüft. Der Zusammenhang zwischen diesen beiden Größen wäre dann am Beispiel von Teilregionen eines Bundeslandes verifizierbar bzw. falsifizierbar, das sich durch einen besonders tiefgreifenden sektoralen Strukturwandel während der vergangenen Dekaden auszeichnete und hinsichtlich umwelt- und wirtschaftspolitischer Maßnahmen besonders aktiv war und ist.

 

Im umweltökonomischen Teil (Dr. Ewringmann) soll eine institutionenökonomische Analyse der umweltspezifischen Problemlösungsmöglichkeiten in industriellen Ballungsräumen erfolgen. Das Vorhaben leistet zum einen einen Beitrag zur allgemeinen Fortentwicklung der ökonomischen Theorie umweltpolitischer Instrumente, zum anderen erarbeitet es theoretische Grundlagen zur Konzipierung eines regional orientierten Umweltmanagements, das an den Kriterien der dynamischen Innovations- und Anpassungseffizienz, der Überwindung von Entwicklungshemmnissen sowie des politischen Interessenausgleichs zwischen den beteiligten Akteuren durch verschiedenartige Kooperations- und Anreizmechanismen orientiert ist. Die theoretische Analyse institutioneller Arrangements verfolgt das Ziel, konkrete politische Handlungsempfehlungen für ausgewählte Umweltproblembereiche eines industriellen Ballungsraumes zu liefern. Als Anwendungsbeispiel wird in den ersten drei Jahren des SFB der Gewässerschutz im Vordergrund stehen, später wird die Betrachtung um andere Umweltprobleme von Industrieregionen - z.B. Immissionsschutz, Flächennutzung - erweitert.

 

In Kooperation mit: Prof. Dr. Rolf Sternberg, T. Szerenyi, C. Tamásy (Wirtschafts- und Sozialgeographisches Institut)

Auftraggeber Deutsche Forschungsgemeinschaft (Finanzierende Institution)
Bearbeiter Bodo Linscheidt, Christian Jacobs, Dr. Dieter Ewringmann
Status Abgeschlossen
Veröffentlichungen
Nachhaltiger technologischer Wandel aus Sicht der Evolutorischen Ökonomik : Staatliche Steuerung zwischen Anmaßung von Wissen und drohender Entwicklungsfalle
Umweltökonomische Diskussionsbeiträge Nr. 99-1, 1999, Köln
Bodo Linscheidt
UD Nr. 99-1 (pdf, 96 KB)
Indikatorensysteme nachhaltiger Regionalentwicklung auf unterschiedlichen räumlichen Maßstabsebenen
Working Paper No. 99-03 des Wirtschafts- und Sozialgeographischen Instituts, Köln
T. Szerenyi
Zur Operationalisierung von Nachhaltigkeit und nachhaltiger Entwicklung
Working Paper No. 99-01 des Wirtschafts- und Sozialgeographischen Instituts, Köln
T. Szerenyi
Consumer behaviour and sustainable change
Umweltökonomische Diskussionsbeiträge Nr. 99-2, 1999, Köln
Bodo Linscheidt
UD Nr. 99-2 (pdf, 59 KB)
Die umweltpolitische Effektivität freiwilliger Selbstverpflichtungen: Ein spieltheoretisches Modell
Umweltökonomische Diskussionsbeiträge Nr. 99-3, 1999, Köln
Bodo Linscheidt, Jens Ochtrop
UD Nr. 99-3 (pdf, 133 KB)
Sustainability - Leerformel oder Forschungsprogramm?

Diskussionsbeitrag innerhalb des Sonderforschungsbereiches 419 an der Universität zu Köln, April 1999


Dr. Dieter Ewringmann
Sustainability (pdf, 183 KB)
Nachhaltige Regionalentwicklung in NRW: Zwischenbericht 01/2000
Dr. Dieter Ewringmann, Bodo Linscheidt, Angelika Perner, Rolf Sternberg, Jens Ochtrop
Zwischenbericht 01/2000 (pdf, 99 KB)