English (United Kingdom)
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Kooperative Institutionen für einen nachhaltigen Paradigmenwechsel in der Industrie - das Beispiel der chemischen Industrie (COIN)

(Cooperative institutions for a sustainable paradigm shift within the industrial sector - the example of the chemical industry)

 

Projektverbund innerhalb des BMBF-Förderschwerpunktes
"Rahmenbedingungen für Innovationen zum nachhaltigen Wirtschaften RIW"

 

Innovationsprozesse in der Industrie sind durch eine Vielzahl von Einflussfaktoren geprägt und beeinflusst. Zudem weisen sie eine „historische“ Dimension auf, d.h. sie sind von der vergangenen Entwicklung und der dabei entstandenen Wissensbasis, Kapitalstruktur und Werthaltung geprägt.

 

Die sich dadurch ergebenden „Paradigmen“ bzw. „Pfade“ der technologischen Entwicklung sind jedoch nicht immer mit den langfristig zu erwartenden ökologischen Restriktionen vereinbar. Unter dem Aspekt intergenerativer Langfristvorsorge kann sich daher die Notwendigkeit ergeben, grundlegend neue Innovationsparadigmen zu entwickeln und damit eine sukzessive Neuorientierung zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang spielt die politische Steuerung eine gewichtige Rolle, die nachhaltige Innovationsprozesse über umweltpolitische Regulierung begünstigen kann. Umweltpolitische Regulierungsmaßnahmen sind dabei im allgemeinen konfliktbehaftet und bilden sich aus einer Interaktion privater, gesellschaftlicher und politischer Akteure bzw. Interessen heraus.

 

In jüngerer Zeit gewinnt dabei der Gedanke einer Kooperation zwischen Wirtschaft und Staat in der Umweltpolitik zunehmend an Bedeutung. Instrumentell bedeutet dies, dass klassische hoheitliche Politik - etwa das Chemikalienrecht oder der Einsatz von Lenkungsabgaben - durch kooperative Mechanismen ergänzt und zumindest partiell auch ersetzt wird.

 

In diesem Forschungsprojekt soll die Frage untersucht werden, ob bzw. unter welchen Voraussetzungen eine Kooperationsstrategie für eine nachhaltige ökologische Entwicklung industrieller Innovationssysteme eingesetzt werden kann. In einem ersten Arbeitsfeld soll in einer retrospektiven Branchenanalyse anhand von Fallbeispielen untersucht werden, wovon die Entwicklung neuer Innovationsparadigmen der Chemischen Industrie in der Vergangenheit beeinflusst wurde. In einem zweiten Arbeitsfeld wird eine institutionenökonomische Analyse denkbarer kooperativer Arrangements im Bereich der chemischen Industrie vorgenommen, um die Gestaltungs- und Umsetzungsmöglichkeiten dieser Politikstrategie für die Realisierung nachhaltiger Innovationspfade zu prüfen. Die Ergebnisse der theoretischen Institutionenanalyse sollen anhand der Funktionsweise und Wirkungsreichweite realer Kooperationsformen überprüft und konkretisiert werden. In einem dritten Arbeitsfeld erfolgt eine Untersuchung der Konformität der abgeleiteten Strategien kooperativer Innovationssteuerung mit den grundlegenden Prinzipien der Marktwirtschaft und des demokratischen Rechtsstaates.

 

Projektträger:

GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GmbH, München

 

in Kooperation mit:

Bayer AG Leverkusen

Forschungsinstitut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität zu Köln (Direktor: Prof. Dr. Toni Pierenkemper)

Prof. Dr. Hans-Werner Rengeling, Institut für Europarecht - Abteilung Umweltrecht - der Universität Osnabrück

 

Auftraggeber Bundesministerium für Bildung und Forschung
Bearbeiter Andreas Schmidt, Dr. Dieter Ewringmann
Status Abgeschlossen
Veröffentlichungen
Erster Zwischenbericht zum Projekt
Mai 2002
Dr. Dieter Ewringmann, Monßen, M.
Erster Zwischenbericht zum Projekt (pdf, 351 KB)
Kooperative Institutionen für einen nachhaltigen Paradigmenwechsel in der Industrie
In: Horbach, J. u.a. (Hrsg.) : Nachhaltigkeit und Innovation : Rahmenbedingungen für Umweltinnovationen. München : ökom, 2003, S. 111 - 147
Dr. Dieter Ewringmann, Monßen, M.
Erscheinungsformen und Perspektiven kooperativer Chemikalienpolitik
In: Hansjürgens, B. u.a. (Hrsg.): Kooperative Umweltpolitik. Baden-Baden, 2003, S. 217 - 229

Zwischenbericht II Kooperative Chemikalienpolitik
In: Kooperative Institutionen für einen nachhaltigen Paradigmenwechsel in der Industrie - das Beispiel der chemischen Industrie (COIN) : zweiter Zwischenbericht zum Forschungsverbundprojekt. Köln, 2003, S. 41 - 69 (LINK!)


Zwischenbericht II Kooperative Chemikalienpolitik (pdf, 360 KB)
Umweltinnovationen
In: Kooperative Institutionen für einen nachhaltigen Paradigmenwechsel in der Industrie - das Beispiel der chemischen Industrie (COIN) : zweiter Zwischenbericht zum Forschungsverbundprojekt. Köln, 2003, S. 11 - 40 (LINK!)

Monßen, M.
Umweltinnovationen (pdf, 434 KB)
Kurzfassung des Antrags (dt.)
Kurzfassung des Antrags (dt.) (pdf, 20 KB)
Kurzfassung des Antrags (engl.)
Kurzfassung des Antrags (engl.) (pdf, 15 KB)
Kooperative Umweltpolitik und nachhaltige Innovationen
Heidelberg, Physica-Verl., 2006. [Endbericht zum Projekt]
Monßen, M.
Problemstellung : Chemische Industrie, Nachhaltigkeit und Innovationen
In: Kooperative Umweltpolitik und nachhaltige Innovationen - Das Beispiel der chemischen Industrie. - Heidelberg, Physica-Verl., 2006, S. 2 - 26
Dr. Dieter Ewringmann
Kooperative Umweltpolitik : Theoretische Einordnung und Fallstudien
In: Kooperative Umweltpolitik und nachhaltige Innovationen - Das Beispiel der chemischen Industrie. - Heidelberg, Physica-Verl., 2006, S. 95 - 210

Kooperation in der Umweltpolitik: Das Beispiel der Chemikalienregulierung
Saarbrücken: VDM Verlag, 2007