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Dokumentation und finanzwissenschaftliche Analyse von Fallbeispielen zur Kompensation von ökologischen Leistungen / Leistungen zum Kulturlandschaftserhalt

Die Kurzstudie beschäftigte sich mit institutionellen Vorkehrungen für Kooperationen, in denen Produzenten- und Nachfragerinteressen an ökologischen Leistungen außermarktlich in Einklang gebracht werden. Vornehmlich wurden Fallbeispiele vorgestellt , die außerhalb staatlicher Direktförderungsprogramme der Abgeltung ökologischer Leistungen - und zwar vor allem im Kulturlandschaftsschutz - dienen (eines der zentralen Probleme ökologischer Landwirtschaft besteht darin, dass die mit der am Markt absetzbaren Produktion zusätzlich erbrachte Ökoleistung in Form z.B. des Kulturlandschaftschutzes nicht entgolten wird). Dahinter steht die allgemeine Hypothese, dass die ökologischen Leistungen ohne die entsprechenden finanziellen Arrangements nicht bzw. nicht in dem nunmehr erbrachten Umfang erstellt worden wären.

 

Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen dabei horizontale Kooperationselemente. Solche freiwilligen Kooperationen sind unter der Annahme rationalen und eigennützigen Verhaltens der Akteure nicht allzu wahrscheinlich; die Theorie zeigt, dass sie nur unter speziellen Bedingungen zustande kommen. Auf die Rahmenbedingungen konzentriert sich daher das Untersuchungsinteresse in besonderem Maße.

 

Folgende Typen von Projekten zur Abgeltung ökologischer Leistungen wurden betrachtet:

  • Aufpreismodelle, in denen private Akteure zumindest Teile der Kosten für ökologische Leistungen anderer privater Akteure übernehmen;
  • Abgeltung privater ökologischer Leistungen durch öffentliche Akteure;
  • sonstige Kooperationen privater und/oder öffentlicher Akteure.

 

Besonders signifikante Beispiele, vor allem soweit sie der Verdeutlichung der Funktionsweise solcher Initiativen dienen, wurden sozusagen als "Prototypen" etwas ausführlicher dargestellt. Über weitere Projekte wurde dann in tabellarischer Form kurz berichtet, wobei Ort und Art des Projektes, Initiatoren, Akteure, Inhalt und Ziel sowie die möglicherweise überregionale Bedeutung und die Art der Finanzierung des Projektes stichwortartig genannt wurden.
Erfasst wurden insbesondere kleinere, dezentrale Initiativen. In manchen Fällen sind solche Vorhaben in Großprojekte eingebunden und in diesem Rahmen auch partiell aus öffentlichen Mitteln von EU, Bund oder Land finanziert. Die hier untersuchten Einzelprojekte sind aber prinzipiell - zumindest was ihre Internalisierungsdimension, also die Kompensationszahlungen selbst anbelangt - von den Großprojekten unabhängig; sie wurden zudem i.d.R. erst nachträglich in solche "Dachvorhaben" integriert, um in den Genuss öffentlicher Fördermittel zu gelangen, die eine Initiativfinanzierung sichern. Die Projekte sind jedoch - sieht man einmal von Transaktionskosten ab - darauf angelegt, dass sie sich auf Dauer selbst tragen.

Auftraggeber Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Bearbeiter Angelika Perner, Dr. Dieter Ewringmann
Status Abgeschlossen
Veröffentlichungen